Die IV erholt sich viel rascher als erwartet

Diese Schlagzeile steht im heutigen Bund auf Seite 5.

Diese rasche Änderung der IV-Finanzen zeichnet sich seit Monaten ab, AGILE hat schon im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass die IV-Revision 6b zur Sanierung der IV-Finanzen nicht nötig ist.

Das BSV erwartet einen Überschuss von 430 Milionen Franken bis Ende Jahr. Als Grund werden die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der weitere Rückgang der neu zugesprochenen Renten genannt.
Bisher unterstützen nur die SP und die Grünen die Forderung der Behindertenverbände auf die IV-Revision 6b zu verzichten.

IV-Revision 6b: Einführung eines linearen Rentensystems im Gegensatz zu heute, wo z.B.bei einem Invaliditätsgrad von 65% eine Dreiviertelrente ausbezahlt wird. Invalide RentnerInnern erhalten für ihre Kinder auch Geld: 40% ihrer eigenen Rente. Neu sollen nur noch 30% der Erwachsenenrente ausbezahlt werden.

Nationalrat Lohr aus dem Thurgau soll es als Mitglied der CVP richten und in seiner Partei, FDP  und SVP an die Vernunft appelieren: Er versucht in der vorberatenden Sozialkommission bürgerliche Nationalräte für eine „vernünftige, massvolle“ IV-Revision zu gewinnen:

  • Ab 70% Invaliditätsgrad weiterhin eine volle Rente.
  • Die Kinderrente von 40% auf 30% nur dann kürzen, wenn das Einkommen aus IV-Rente und Kinderrente höher ausfällt als das frühere Erwerbseinkommen.

Die bürgerlichen Parteien zeigen wenig Gehör. Sie sind allenfalls bereit die neue Rentenberechnung auf zukünftige Renten anzuwenden und nicht auf bestehende, weil eine Beschwerdenflut erwartet wird.

Soweit eine Kurzzusammenfassung des Artikels.

Beurteilung:

Minimale Rente pro Monat CHF 1’160.-

Maximale Rente pro Monat CHF 2’320.-

Viele Menschen denken, mit einer IV-Rente könne ein Mensch leben. Diese Frankenbeträge reichen bei weitem nicht. Unwissen schadet den behinderten Menschen.

Der Beitrag an ein Kind ist 40%, je nach Höhe der Rente, die der behinderte Vater oder die behinderte Mutter erhält. Maximal- und Minimalrente beziehen sich selbstredend auf einen Invaliditätsgrad von 100% der erwachsenen Person. Sonst sind die Zahlen kleiner.

Ursprünglich sollte die IV-Rente behinderten Menschen den Lebensunterhalt ermöglichen. Sie ist eine Versicherung. Also Menschen, die einzahlen, möchten die Sicherheit haben, die Leistung zu erhalten, die sie benötigen, wenn sie in Not kommen. Dann gibt es die relativ kleine Gruppe der Menschen, die vor dem Einzahlen behindert wurden: Geburt, Kindheit, junges Erwachsenenalter, soweit es sich nicht um Behinderungen durch Unfälle handelt.

Heutige Situation: Wenn die IV-Rente nicht reicht, muss EL beantragt werden. Mit Versicherung hat das nichts mehr zu tun: Das Vermögen, soweit es vorhanden ist, darf gemäss den Richtlinien der EL eine bestimmte Grösse nicht übersteigen. Die EL muss mit einem ausführllichen Formular beantragt werden. Bekanntlich lassen sich SchweizerInnen nur sehr ungern so tief ins eigene Portemonnaie schauen: Wenn es gar nicht anders geht, nachdem kein anderer Ausweg mehr möglich ist. Die Krankenkassenprämie wird föderalistisch subventioniert.

Irgendwann wird das Volk merken, dass mit solchen „Sparübungen“ die Kosten nur verschoben werden. Aber dann werden die wenigsten der heutigen Politiker noch im Amt sein und die neuen, werden sich nicht verantwortlich fühlen und eine neue Sparrunde verordnen. Das ungute Gefühl bleibt: Wenn behinderte Menschenn wieder unsichtbar gemacht werden, in Statistiken nicht auftauchen, weil sie von Eltern oder Verwandten quersubventioniert werden müssen, ist das kein gesellschaftlicher Fortschitt sondern ein Rückschritt.

Ein sehr ähnlicher Vorgang ist beim Zählen der Arbeitslosen zu beobachten: Die Ausgesteuerten werden nicht mitgezählt. Nur darum sind die schweizerischen Arbeitslosenzahlen so tief und so hübsch für alle, die Abeit haben. Ob unsere Zählart mit europäischen Ländern vergleichbar ist und die europäische Länder untereinander, bin ich mir nicht sicher. Aber vielleicht schummeln alle %-mässig gleich viel, dann stimmen zwar nicht die absoluten Zahlen aber wenigstens der Ländervergleich.

Wohl des Kindes II

E. B.* wohnt im Kanton Bern. Ihr Sohn Pascal leidet an einer Depression und ist zu krank, um die Schule zu besuchen. Die besorgte Mutter kümmert sich aufopfernd um die Gesundheit ihres Teenagers. Sie ist alleinerziehend, arbeitslos und behindert.

Sie steht ohne Familie oder Freunde da. Ihre Versuche zwischen Schule und Teenager eine Brücke zu bauen, fallen ins Leere. Sie sieht für ihren grundsätzlich begabten Sohn keine Zukunft in der öffentlichen Schule mehr und meldet ihn bei einer privaten Schule an, die bereit ist, dem Jugendlichen eine Chance zu geben und seine Präsenz im Schulalltag schrittweise zu erhöhen. Das verpasste Schuljahr wird wiederholt. Das Fernziel ist die Matur.

Der Jugendliche hat nur Vertrauen zu seinem Hausarzt und weigert sich lange Zeit, andere medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die öffentliche Schule reagiert und reicht eine Gefährdungsmeldung ein. Es soll ein Beistand ernannt werden. E. B. ist zuerst froh, dass sie Hilfe bekommt und endlich jemand auf ihrer Seite steht. Schnell erweist sich das als Irrtum: Als die neue Schule anfängt, finden Fachleute und die Beiständin, dass Pascal noch in einer Institution bleiben solle, in die er in der Zwischenzeit eingetreten ist, weil er „noch nicht soweit sei“. Dagegen steht der Wunsch des Teenagers, zusammen mit seinen zukünftigen Kameraden das Schuljahr zu beginnen. Die Mutter entscheidet sich für den Wunsch des Jugendlichen und übernimmt für diesen Entscheid die volle Verantwortung.

Irgendwann kann die Mutter gesundheitlich nicht mehr. Sie erleidet Erschöpfungsdepressionen. Als sie zum zweiten Mal für längere Zeit in eine psychiatrische Klinik eintreten muss, bekommt Pascal Pflegeeltern. Diese sind E. B. bestens bekannt: Es handelt sich um ihren ersten Exmann und seine zweite Frau. Er ist nicht der leibliche Vater von Pascal und verweigert als Pflegevater jeden Kontakt zu E. B. Pascal will auch nichts mehr von seiner Mutter wissen. Er erzählt die schlimmsten Geschichten über sie.

Der Mutter wird die Obhut entzogen. Sie kann zu den Vorwürfen ihres Sohnes nicht Stellung nehmen. Angesichts ihrer Gesundheit kann sie sich nicht wehren, finanziell ist sie zu dem Zeitpunkt von der Gemeinde abhängig.

Heute lebt sie von einer IV- und Pensionskassenrente und hat alle ihre Schulden (Link: runterscrollen bis zum Punkt 8.) bei der Gemeinde zurückbezahlt.

Pascal ist in der Zwischenzeit erwachsen. Im Alter von 18 Jahren ist er bei den Pflegeeltern ausgezogen. Die Beiständin findet, der nicht verdienende, junge Erwachsene brauche eine eigene Wohnung. Mit 20 Jahren besteht er die Matur und pflegt Kontakt zu den Leute, wie z. B. der ehemalige Beiständin, die sein Verhalten unterstützen. Finanziell aber sind seine leiblichen Eltern bis zu seinem 25. Geburtstag verantwortlich, den Pascal heute noch nicht erreicht hat. Was ist hier das Wohl des Kindes?

*Name geändert

 

Ein anderes Verständnis von Wohl des Kindes wird in diesem Projekt aus Winterthur umgesetzt.

Die Schweiz ist kein Vorzeigeland“ titelt der Beobachter.

Aussensicht

Vor einigen Jahren war in Zürich eine Tagung zum Thema Hirnverletzung: Im Zusammenhang mit den IV-Revisionen ist es für viele behinderte Menschen schwierig, sich zu orientieren: Gehöre ich zu den 15 %, deren Rente überprüft wird, wie schwer behindert, bin ich eigentlich. Angst geht um. Daneben gibt es Behinderungen, die als solche nicht akzeptiert werden, weil die heutigen Methoden der Medizin noch nicht ausreichen, um sie nachzuweisen. Die IV richtet keine Rente aus und der behinderte Mensch soll arbeiten. Berühmt geworden ist die Formulierung „zumutbare Willensanstrengung“ für Schmerzpatienten.

Ein Referent an dieser Tagung war Dr. Zangger. Er war so freundlich und stellte seine Zusammenfassung ins Internet.  Es geht um Patienten, die eine Hirnverletzung erlitten haben und deren Persönlichkeit nach diesem Vorfall verändert sein kann

Zitat:

…..verminderter Antrieb, eingeschränkte Kritikfähigkeit,
Selbstüberschätzung mit verminderter bis fehlender Störungseinsicht, gereiztere Reaktion
schon auf leichten Stress, erschwerte soziale Kommunikation, Verlangsamung, und Leistungsschwankungen.
Wegen der primären „Unsichtbarkeit“ werden diese Störungen auch
von der Umwelt (Familie / Freunde, Arbeitgeber, Gesellschaft) oft nur teilweise und verzögert
wahrgenommen. Sie werden auch schlecht verstanden und deshalb nicht als Folge der
Hirnverletzung akzeptiert…..

Ende Zitat

Solche Eigenschaften sind auch bei Menschen zu beobachten, die bei ihrer Geburt eine Hirnverletzung erlitten haben. Es kommt auf die Hirnregion an, die beschädigt ist, nehme ich als Laie an. Wenn das Gleiche kaputt ist, wird auch das Gleiche nicht funktionieren.

Allerdings zu einfach darf man sich das Hirn nicht vorstellen. Es ist eher so hochkomplex, dass die heutige Medizin noch wenig Ahnung hat. Die Plastizität des Hirns wird betont und dass sich das Hirn ständig neu vernetzt. Wenn das in der Absolutheit stimmen würde, wie ich einige Neurologen verstehe, dann hätten gerade Babies die grösste Chance zu genesen. So ist es in der Wirklichkeit nicht.  Aber einem Wissenschaftler würde es sicher Freude machen, wenn es so wäre. Sicher macht auch Übung den Meister und diese Vorstellung der Neuvernetzung vom Hirn teile ich. Was mich tröstet ist, das ein Hirn keinen Unterschied macht, ob ich ein Eis real esse oder mir nur vorstelle, ich würde es essen. Die Glückshormone werden so oder so ausgeschüttet und bei der zweiten Art doppelt, weil das Gewicht nicht zunimmt.

Von der Umwelt in dem Fall des Neugeborenen zuerst Familie und Schule wird manchmal auch keine Rücksicht genommen. Erschwerend kommt hinzu, dass es kein „Vorher“ gibt. Gereizte Reaktionen schon auf leichten Stress gelten dann als Charaktereigenschaft und nicht als Teil der Behinderung.

In meinen Kindheitserinnerungen unvergessen der Auftrag: „Räum dein Zimmer auf“ und ich bin überfordert.

So gibt es Missverständnisse und hirnverletzte Menschen sind auf Menschen mit viel Toleranz angewiesen, die sie als behinderte Menschen akzeptieren, so wie sie sind.

Wohl des Kindes?

Es gibt gewisse Begriffe, dich ich zu Unworten erklären würde. Wohl des Kindes oder Kindswohl gehören bestimmt dazu.

Ende August berichtet der Beobachter über eine alleinerziehende Mutter, die unter dem Obhutsentzug ihres Sohn leidet. Der Sohn hat sich nichts zuschulden kommen lassen.Trotzdem bekam er einen fürsorgerischen Freiheitsentzug und die Einweisung in die geschlossene Abteilung eines Heims. – Wohl des Kindes? – Die Mutter hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Trotzdem wird sie zu den Müttern gezählt, die das Wohl ihres Kindes gefährden. Nur solchen Eltern wird das Recht über den Aufenthaltsort ihrer Kinder zu bestimmen entzogen. Aber schauen wir, wer beteiligt ist:

Eine dreifache alleinerziehende Mutter, ihr Teenager auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite die Behörden:

  • Polizei als ausführendes Organ
  • Bei einer wichtigen Entscheidung ist die Meinung eine Familienberaterin ausschlaggebend, die der Kindsmutter in finanziellen Fragen hilft.
  • Schulpsychologin
  • Schulleiter
  • Lehrerin
  • Gemeinderat, der sich auf die Berichte der Fachleute bezieht.

Das sind die Zutaten, die es für ein Drama braucht. Je verzweifelter die Mutter sich für das Wohl ihres Kindes einsetzt, desto weniger erreicht sie. Ich empfehle das Lesen der Familiengeschichte.

Eines meiner Motto ist: „Hinsehen und aushalten.“ – Viele Menschen schauen lieber weg. Die Verbindung zu behinderten Menschen ist aus meiner Sicht mehrfach gegeben: Wie der Sohn mit ADS behandelt wird, wie die Mutter behandelt wird, in ihrer sozial schwachen Position. Das kommende Kindes und Erwachsenenschutzrecht und die UNO-Behindertenkonvention (Anmerkung zum Link: Behinderte Menschen haben an der Schattenübersetzung mitgearbeitet und sie gibt den Originaltext genauer wider als die offizielle Version. Darum runterscrollen und „Schattenübersetzung“ anklicken), die die Schweiz nicht angenommen hat.

Für den Blog behalte ich im Auge, dass sich eine alleinerziehende Mutter nicht durchsetzen kann, deren Sohn ein ADS hat. Hat es eine alleinerziehende Mutter schwerer? Was hat ihre finanzielle Not mit den getroffenen Massnahmen zu tun? Inwiefern ist der Obhutsentzug der Ausnahmefall und wie weit sind wir heute von früheren Praktiken entfernt? Dieser Tage entschuldigen sich Menschen im Kanton Luzern für Ungerechtigkeiten in Kinderheimen, die vor wenigen Jahrzehnten begangen wurden. Werden sich in wenigen Jahrenzehnten Menschen entschuldigen, die sich heute so verhalten, wie in diesem Artikel aus dem Beobachter z.B. die Gemeinde oder der Schulleiter?

Wie weit ist weit?

Mein Anderssein ist am einfachsten zu greifen, wo ich so anders wahrnehme, dass nicht Behinderte fast schreien, wenn sie mir zuhören. Dazu gibt es ein aktuelles Beispiel:

Durch Bauarbeiten, ist der ÖV verändert. Die Linie eines Trams endet bei der Baustelle und die Passagiere müssen auf Busse umsteigen, die eine ungewöhnliche Route fahren. Haltestellen sind verschoben, manche zusätzlich umbenannt. Ticketautomaten stehen nicht an den provisorischen Einstiegsstellen. Alles, was ich auswendig gelernt habe, ist durcheinandergewirbelt und funktioniert nicht. Kurz: Chaos pur für meinen Kopf. Etwas neutraler betrachtet: Überall steht Personal, das Fragen beantwortet, aber natürlich keine Ahnung hat, dass es für mich sehr wohl ein Problem ist, eine Haltestelle zu Fuss weit weg zu suchen, wenn ich darauf nicht vorbereitet bin und kein Hilfsmittel dabei habe.

Nach meiner erneuten, schweren Depression vor wenigen Wochen, bin ich geschwächt. 10 Tage ausschliesslich im Bett haben meine Muskulatur schwinden lassen. Für eine Arztkontrolle musste ich über die beschriebene ÖV Baustelle. Ich hatte die Wahl umzusteigen oder mit meinem Erwachsenentrottinett, das mir für meine Wahrnehmung viel Sicherheit gibt, die Restdistanz zurückzulegen. Ich war mir bewusst, dass ich viel kürzere Distanzen zum Muskelaufbau brauchen würde. Mir ist auch klar, wie wenig Zeit seit meinen Tagen im Bett verstrichen ist. Ebenso einen Einfluss auf meine körperliche Leistungsfähigkeit hat das Medikament und die Höhe der Dosierung, auch das habe ich bedacht. Aber: Die Muskulatur will ich wieder aufbauen. Daran führt kein Weg vorbei. Meine Entscheidung war, die Baustelle mit dem Trottinett zu umfahren, was 30 Minuten Zeit für einen Weg beanspruchte.

Die Reaktion der Ärzte lässt mich vermuten, dass meine Wahrnehmung sie befremdet. Wie weit ist angemessen weit? Muss ich als behinderter Mensch mein Bedürfnis nach Bewegung selbstredend zurückstellen? Wie erkläre ich einleuchtend, dass umsteigen für mich anstrengender gewesen wäre, zumal ich bis jetzt nicht weiss, wo sich die provisorische Haltestelle für die Rückreise befindet und noch schlimmer deren Ticketautomat.

Mir leuchten die Unterschiede ein. Für mich ist das Umsteige-Verhalten so befremdlich, wie mein Trottinett-Verhalten für Neurotypiker, welche die Mehrzahl der Menschen stellen. Ich benutze den Fachbegriff neurotypisch gern, weil er nicht wertend ist, weder für die eine noch die andere Seite. Er wird in diesem Blog öfters vorkommen. Es gibt kein richtig oder falsch. Das ist ein wiederkehrendes Thema: Platz haben in einer Gesellschaft, die ausgrenzt, ständig übersetzen müssen, obwohl ich selbst nie einen anderen Kopf hatte und nur aus den neurotypischen, für mich befremdlichen Reaktion schliessen kann, was ich falsch gemacht haben könnte. Es gibt auch unter den nicht behinderten Menschen solche, die nicht durch mein Verhalten befremdlich reagieren, sondern selbst eigenartig sind. Um diese Menschen mache ich lieber eine grossen Bogen.

Hilfe für Menschen mit Behiderungen

Behindertenorganisationen sind nach Fachgebieten zusammengefasst: Eltern mit behinderten Kindern treffen sich, wenn ihre Kinder die gleiche Behinderung haben, Hirnverletzte sind organisiert, Krebspatienten haben sich je nach Krebsart zusammengeschlossen. Rollstuhlfahrer unterstützen einander, falls sie gleichgesinnt sind.

Was ich bedaure ist die Zersplitterung der Kräfte und ich behaupte, dass es nicht nötig wäre, dass viele behinderte Menschen ihre Hilfsmittel selbst erfinden. Das wird auch Yael sehr viel Substanz kosten. Ich frage jeweils kritisch, wer einen Gewinn davon hat, wenn behinderte Menschen unnütz so beschäftigt sind.

Es wird immer betont, dass behinderte Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen sollen. Es werden Trottoirs abgesenkt, die Lifte mit Blindenschrift angeschrieben, wenn es hoch kommt wird eine Veranstaltung für Hörbehinderte zugänglich gemacht.

Ich bin für einen Museumstag für wahrnehmungsbehinderte Menschen, für ihren Zugang auf die oft leeren Behindertenparkplätze, wenn ihre Behinderung im räumlichen Bereich liegt, für lärmgedämpfte Eckchen in Restaurants, für freundliche Menschen, die die immer gleichen Fragen höflich beantworten, für eine Familie, die diesen Namen überhaupt verdient.

Eine erste Sammlung von Links, die ich in meinem Alltag mehr oder weniger regelmässig brauche:

AGILE .CH   
Dachorganisation, zuständig für politische Fragen auf schweizerisch nationaler Ebene. In ihren eigenen Worten: „AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz setzt sich als Dachverband der Behinderten-Selbsthilfeorganisationen für die Interessen von Menschen mit Behinderung ein.“

Fragile Vertritt die Interessen hirnverletzter Menschen und ihrer Angehörigen, wenn die Hirnverletzung nach der Geburt stattfand. z.B. Unfälle jeglicher Art, Hirnblutung, Krebs.

Vereinigung Cerebral Vertritt die Interessen der Eltern von cerebral paretischen Kindern. Seit ungefähr 10 Jahren versuchen Betroffene Erwachsene innerhalb dieser Elternvereinigung ihre Interessen zu vertreten

.
Wahrnehmungsstörung Schweiz Für mich ein Internetauftrittt bei dem ich Informationen  über Wahrnahmungsstörungen hole.

Autismus und Wahrnehmung Der Artikel von Wikipedia: Eine Sammlung von Details.

Autismus Asperger Syndrom Hier nur der Link zu einem einzelnen Artikel, der mir sehr hilft. Im Zusammenhang mit Autismus und Asperger darf eine intelligente Person Schwierigkeiten mit einfachsten Dingen haben und sie bleibt bildungsfähig. Das finde ich schön. So stelle ich mir einen hilfreichen Umgang vor.

Allein gelassen

Vor wenigen Tagen ist mir der Artikel über Yael in der Berner Zeitung aufgefallen. Darin wird beschrieben, wie er und seine Familie allein gelassen werden.

Zu seltenen Behinderungen wie Yael eine hat, habe ich eine selten intensive, innige, langjährige Beziehung. Keine andere Beziehung hat in meinem Leben so lang gehalten. Für mich sind Menschen manchmal verständlich, manchmal auch nicht . Ihnen geht es mit mir genauso. Beim Anblick von Yael habe ich mich erinnert, wie ich mich als Kind bei Wanderungen wunderte, wie ungesichert Wanderwege sind. Ich rede von rot-weiss markierten Bergwanderwegen und nicht von Bergrouten.