Die politisch woke Einstellung, grün und rot, entspricht in der Schweiz nicht den geltenden Tierschutzgesetzen.
Bekanntlich wollte ich ursp. ein Hundewelpen, was nicht zu bekommen war. Bis heute kenne ich in der Schweiz keine Mittel- bzw. Grosspudelzucht, die im letzen Jahr Welpen gehabt hätte.
Bordercollie hätte ich beliebigstens bekommen können. Genau ein Bauer im Berneroberland führte mich vor, ich schaffte es auf miserablester Strasse, ungeteeert, im Bau, mit Gegenverkehr(!) und der Viano drehte durch mit Hinterradantrieb in einer Kurve, während mich ein von oben kommender Autofahrer anschrie. Der Viano hat überall Behindertenpiktogramme und ist garantiert nicht das erste Auto mit Hinterradantrieb, das kurz durchspulte.
Ich machte betont langsam, guckte mir den Schaden aus, hinkte rum, liess etwas Zeit verstreichen und stellte den Viano selbst weg. Ich testete nur, ob der schreiende Autofahrer Hilfe anbieten werde. Tat er nicht, war bereits aktenkundig.
Der betroffene Bauer hätte den männlichen Bordercolliewelpen genau 200m runterfahren sollen. Am Tel. jammerte er seine Frau habe Longcovid, könne nicht mehr. Nun, Behinderte sind zum Anschreien da, befand er, kam im Subaru angebraust, ohne Hundewelpen. Ich habe ihn verbal kurz spitz versenkt. Mich schreit niemand ungestraft an.
Also begann ich Mittellandkatzen zu suchen im www, schliesslich fahre ich im Mittelland Auto und nicht im Gebirge vor Adelboden.
Gut, dann bekam ich 2022 und 2023 meine vier Katzen.
Klar wollte ich Katzenwelpen von den Vieren, hat geklappt, eine Katze hat vier bis fünf Welpen im Mutterleib. Also Neuland, erster Katzenwurf in wenigen Wochen und laut Tierärztin, wir waren zur Kontrolle, ist alles perfekt. Ich solle Fotos der Welpen bitte senden. Erinnert an eine menschliche Geburtsklinik.
Nun also Katzenforum für Tipps zum ersten Katzenwurf. Ausser Mobbing war dort nichts zu holen: Nur sog. ZuchtkatzenzüchterInnen haben zumindest nach ihrer Selbsteinschätzung eine berechtigte Daseinsberechtigung. Gezüchtet wird alles, was „Rang und Namen“ hat, nur nicht die gewöhnliche, europäische Hauskatze. Im Pflanzen und Tierreich alles invasive Arten, die ausgewildert evtl. keine natürlichen Feinde haben, Beispiele gibt es zuhauf.
Ich melde mich in einem Forum an, mein Profilbild das behinderten Trottinett mit gut erkennbarem Rollstuhlpiktogramm, was auf der Dachterrassse momentan als Katzenbaum dient, weil es zwei Körbli hat, was den Babykatzen letzten Sommer viel Spass gemacht hat. Irgendwo eine kleine Katze auf dem Bild.
Dann ging es los: Ich hätte Null Ahnung, was ich da tue, ich hätte keine Finanzen, ich sei geistig behindert, ein einziger Kommentar gratulierte mir zu meinem immensen Arbeitseinsatz zu Gunsten von behinderten Kindern, die dereinst meine Katzenwelpen nach der Kastration streicheln werden.
Das ist eine praktische, aktuelle Zusammenfassung des betroffenen, deutschsprachigen Raumes, wie weit sich die Bevölkerung, also KatzenhalterInnen von jeglicher Vernunft punkto Tierhalung entfernt haben. Keinen blassen Schimmer, dass Katzenwelpen selbst auf dem Bauernhof dezimiert wurden, wenn zu viele kamen. Der erste Wurf ging oft schief, weil eine Katzenmama lernen muss, ihre Welpen aufzuziehen.
Ich muss damit rechnen, alle zwei Stunden zu schöppele.
Was immer auffällt, ist die Tabuisierung des natürlichen Tiertodes: Katzen werden in der Schweiz, ausser in Kriegszeiten, nicht gegessen. Also stirbt eine Katze entweder durch Autounfall, läuft weg, wenn sie Freigängerin ist, stirbt an einer Krankheit oder Altersschwäche, wird bei der Tierärztin eingeschläfert. Ich habe vor Jahrzehnten Katzenurnen gesehen.
Selbst Tiere loslassen, weil sie gestorben sind, fällt SchweizerInnen schwer.
Bei all den Fantasien vom ewigen Leben, ist die Vorstellung, es sei immer schön, planbar und alles in Ordnung.
De facto lehrt jede Wasserflut, jeder Krieg, jede Feuersbrunst, dass Haustiere so betroffen sind wie die dort lebenden Menschen.
Das ist die Realität. Nicht des Menschen Wunschvorstellung.