Eine junge Frau wurde zu Haft verurteilt, in Erwartung von Reaktionen, möglichst alles gesichert zum Voraus, Demonstrationen verboten, die Polizei mit Sonderbewilligungen, um….
Genau es kam laut Euronews zu Strassenschlachten in Dresden, Deutschland.
Der Staat soll gefälligst sich um den anderen Extremismus kümmern, in dem Fall den Rechten, weil die Verurteilte linksextrem ist.
Wie kommt es dazu, dass diese Extreme, sich einbilden je die einzige gültige Wahrheit zu haben und den Staat misachten, insofern, als der sich für eine Mehrheit einsetzt, die nicht extrem ist?
Wenn es per definitionem im Spannungsfeld links – rechts auf beiden Seiten Extremismus gibt, sollte das ein Augenöffner sein. Linksextreme berufen sich darauf, dass Rechtsextremismus verbreiteter ist zahlenmässig und gewalttätiger.
Wie geht da die Rechnung, die sowieso nie aufgeht? Wenn der rechte Extremismus viele Straftaten begeht, hat dann der Linke auch ein Straftaten Guthabenkonto? Jede Straftat ist und bleibt Straftat für sich genommen, egal, was andere tun und ist eine zuviel.
Noch viel schlimmer, wenn ein Gericht ein Urteil gesprochen hat, dann hat der Staat bzw. dessen Vertretung nach geltenden Gesetzen agiert und ist nicht zum Schluss gekommen, in dubio pro reo. Der Staat sei auf dem rechten Auge blind, moniert der Linksextremismus. Das ist gut möglich, ist so, wenn es geändert werden soll, gibt es demokratische Wege in einer Demokratie.
Mir kommt immer unser guter, alter Gymnasiumsrektor in den Sinn: „We do jede wett!“
Wenn alle BürgerInnen sich nicht unterorden würden, sondern alle hätten unterschiedliche, aber ganz gewichtige Gründe für Strassenschlachten mit der Polizei. Das nennt sich irgendwann Bürgerkrieg.
Das wiederum ist irritierend. All diese Proteste, Strassenschlachten, Straftaten sind angewiesen auf einen funktionierenden Staat, mit all seinen Organen. Wären alle so, wie diese Proteste, wäre das Spiel rasch aus.
Gilt auch für KlimakleberInnen: Die Polizei eilt hin, so schnell es geht, einEr angeklebt auf der Strasse, ist maximal verletzlich, muss sofort von dem Staat geschützt werden und vertraut darauf, dass das geschieht. Im Protest selbst wird mit einem gut funktionierenden Staat gerechnet, mit hochänständigen BürgerInnen, die im Unterschied zu den Protestierenden, sich an die Gesetze halten, warten müssen, Termine verpassen, wirtschaftlich geschädigt werden, Ferienzeit verpassen, sterben, weil der Krankenwagen nicht durchkommt.
Für mich ist das irritierend, wie protestiert wird, der Protest gehört nur den einen, teilweise mit dem Anspruch alleine auf der ganzen Welt im Recht zu sein und gleichzeitig sind all diese Proteste darauf angewiesen, dass der Staat gut bzw. schlecht funktioniert, die Polizei muss ausrücken und sich der Situation stellen, ob ihre Gegengewalt nun angemessen oder übertrieben ist bzw. irgendwo in den Grautönen.
Die Empörten empören sich, sind dauerempört, besser gemacht haben sie, wenn es sich um junge Menschen handelt, noch überhaupt nichts.
Irgendwelche Weltuntergangszenarien gab es schon immer, Extremismus auch, das Paradies findet sich vereinzelt auf Erden, eine Mehrheit muss immer irgendwie das Beste draus machen und die Fehler vorangegangener Generationen aufräumen, während man gleichzeitig selbst Fehler begeht, weil Wissen in 10, 20, 50 bzw. 100 Jahren angewachsen sein wird, man Themen erforscht haben wird und Zusammenhänge nochmals anders interpretieren werden
Was Menschen früher konnten, sich einordnen in eine Reihe von Generationen vorher und nachher, ist teilweise völlig abhanden gekommen: Alles muss sofort anders, besser sein, am liebsten schon gestern. Die letzte Generation, wer lauter schreit hat Recht, wer zerstört noch mehr, Notrecht für immer, weil man sich im Recht glaubt.
Was sich praktisch für Menschen wie mich übersetzt, dass ich viel und oft in meiner Wohnung bleibe, Ansammlungen von Menschen meide, wenn in der Stadt Bern irgendwelche Polizeiwagen aufgestellt sind, sofort den Rückzug antrete.
Alte, Behinderte fliehen oft, weil körperlich unterlegen. Immer, wenn ich auf meinen Füssen stehe, spüre ich diese Gehunsicherheit, ein Windhäuchlein und ich falle um.
Sowas mache ich nur in meinen vier Wänden, da fühle ich mich sicher.