Gisele Pelicot

Strafgerichtsfall in Avignon: Eine Frau wurde regelmässig von ihrem Ehemann betäubt und so betäuBt, behauptend es sei der Konsens seiner Ehefrau gegeben, zum Sex fremder Männern angeboten.

Was ich mich frage juristisch ist, was das dortige Betäubungsmittelgesetz dazu sagt.

In der Schweiz müssen zwei Fachpersonen bei einer Anästhesie anwesend sein, erstens Ebene Arztstudium mit Fachbereich Anästhesie und dito für Ausbildungsniveau Pflege.

Es können nicht Unausgebildete hingehen und mal ausprobieren, was geht, was nicht, wieviel, wie wenig, von diesem oder jenem.

Wozu Wissenschaft, wozu eine Zulassungsbehörde für Arztneimittel, damit keine Fehler unterlaufen, die gesundheitsschädigend sind, irreversibel?

Wieso kommen Menschen auf die Idee, nicht sie selbst, aber der Mensch neben ihnen sei gerade ihr Versuchskanninchen?

Nicht nachvollziehbar. In der Aufarbeitung des WK II wurde bekannt, welche schlimmsten medizinischen Versuche Menschen in dem Krieg von den Deutschen erleiden mussten mit oder ohne Todesfolge.

Nie wieder war der Konsens über Jahrzehnte danach, nie, nie niemals wieder.

Wann ist dieser Konsens abhanden gekommen in Europa, weltweit?


Als ich meine Kinder erzogen habe, dachte ich, ein Konsens sei erreicht, nämlich „Nie wieder“.

War in meiner Generation der WK II die Waffe unserer Teeniegeneration gegen unsere EWltern und Grosseltern, das Killerargument, warum sie geschwiegen hätten, nichts unternahmen, wegggeguckt hätten, dachte ich, das ist verarbeitet, kommt nie wieder.

Kindererziehung legt den Kindern keine Kriegsbücher altersgerecht zur Ausbildung vor, wir kümmern uns um die zu erlebende Zukunft der zu erziehenden Kleinen.

„Nie wieder“ galt doch oder nicht? Vielleicht galt dieses „nie wieder“ nicht, als sich die Siegesmächte nicht einigen konnten in Berlin, die DDR entstand. Vielleicht war es immer Schönfärberei gewesen.

Jetzt ist es überwunden, man wendet sich hoffentlich ehrlicher, den patriarchalen, männlichen Taten zu, im Grossen wie im Kleinen. Furchbar dieser Blick in den eigenen Spiegel, der immer mehr Ungeheuerlichkeiten aufzeigt, nicht mehr zu verbergen.

Obs danach besser wird? Hoffen darf man immer.