Fall gelöst

Im Jura, meinte, die Frau, die unter mir wohnt, weil es Keramikplatten seien, der Boden sei nicht schallgedämpft, obwohl er Bodenheizung hat, also allen klar sein sollte, dass die Keramikplatten nicht direkt auf dem Betonboden aufliegen.

Ab Tag eins, also letzten Herbst begann sie sich sehr schwer zu beklagen. Traf ich sie, was selten vorkam, es gab dieses eine Thema.

Nun ist Sommer, ich wohne zur Hauptsache in Bern, bin keine 24 Std. im Jura, um die Post zu erledigen. Letztesmal als ich oben war, sie klingelte bei mir. Die Hauswartin mischte sich ein mit gleichem Tenor, ich müsse anders gehen, barfuss(!) sei zu laut. Noch bin ich kein Pferd, noch trage ich Hufe.

Es war der Reklamation deutlich anzumerken, da hat sich irgendwer gerade auf ein „Lieblingsthema“ eingeschossen und findet bestimmt danach ein Nächstes.

Also begann ich mich klar zu wehren und machte mit der Krücke definitiv Lärm, um zu zeigen, was zu erwarten ist, wenn ich kompliziertes Zeug an den Füssen habe und dann die Krücke nehme.

Zunehmen wackeln z.B. Sandalen mit korrigierter Zusatzsohle, die Riemen müssen immer neu eingestellt werden, je nach Wasser im linken Fuss.

Es wird vieles neu, anders, nennt sich ALTERN.

Es musste eine unabhängige Drittperson sich um den Fall kümmern. Sie spricht höflich und gerade, wird Ernst genommen und ich kann davon ausgehen, der Fall ist erledigt, bestimmt wird versucht werden bei mir zu murren.

Was wurde um Gottes Willen aus der Aufklärung und wie unglaublich frech sind Menschen aller Altersgruppen nur geworden?

Das Schlimmste, nicht für mich aber andere, in der einen Familie hats Behinderte, deren zwei, Frauen, Thema wachsende Hirnverletzungen unterschiedlicher Diagnose auch mit Gehbehinderung, viel jünger als ich.

Diese beiden Betroffenen sind in Therapie und es wird verlangt, dass sie alles geben, die wachsende(!) Behinderung immer minimieren.

Woher bloss kenne ich diese Sicht der Dinge in-und auswendig? Wie lange glaubte ich sie selbst?

Ich habe alle Therapien beendet und mehr und mehr setze ich auf altersgerechte Sozialkontakte, lockere aber anhaltende.

Es wäre Therapie für die Betroffenen, wenn wir sagen könnten, welche Bewegungen uns, nicht für andere, wichtig sind. Das hatte ich erst die letzten Jahre gemacht. Vorher ewig Fremdbestimmung und SCHMERZBEKÄMPFUNG. Was hatte ich ewig noch mehr Schmerzen als heute, da ich bewusst viel liege und mein Skelett so entlaste.


Heute doch nochmals ein Tel. in der Sache. Ich machte klar, diese Grenze ist weit überschritten.

Lernten wir Kommunikation und deren Regeln, diese Kunst können Jüngere nicht mehr. Der Einstieg ist Gespräch wirklich maximal ungeschicht:“Ich solle mich nicht aufregen.“ Das tue ich aber und nun? Wie ginge deeskalieren? – Absolut kein Fachwissen abrufbar.

Ich half nicht und nein, diese Diskussion ist längst beendet, was offenbar weder erwartet wurde, noch einzuleuchten scheint. Allen Ernstes solche Menschen denken, sie könnten mit Behinderungen märten….nein, zu märten gibts da rein gar nichts.