Gehirne von Menschen suchen Gründe

So sind menschliche Gehirne, sie suchen nach Gründen für Ursachen und deren Folgen.

Sehr schwer, bzw. als unerträglich gilt die Unsicherheit, das Nichtwissen wie beim Unglück in Crans-Montana, ob die Liebsten irgendwo in einem Spital schwerverletzt im Koma liegen oder zu den Toten zählen.

Was die Wissenschaften noch nicht erklären können, Menschen forschen, suchen erklären zu können.

Schaut meine Generation zurück auf ein jahrzehntelanges Leben, viel mehr ist heute erklärbar als in den frühern 60er Jahren.

Nun, manches bleibt ohne Erklärung und dann narrt das menschliche Gehirn die Menschen und fragt: „Warum?“ Oft braucht es etliche Lebenserfahrung, um zu erkennen, diese „Warum-Frage“ findet keine Antwort.

Sehr schlimm muss laut Zeitzeugen sein, ein Unglück überlebt zu haben, weil dann die Frage der Überlebenden gegen ihr eigenes Leben zielt: „Warum man überlebt habe und alle andern nicht?“

Sofort in den Medien nach dem Unglück Crans-Motana ein junger Mann erzählend, vier seiner KollegInnen seien unauffindbar. Mit sowas weiterzuleben, ist eine Aufgabe mit (zu) vielen Fragen, die das weitere Leben bestimmen können. Das eigene Leben muss besonders sinnstifdend sein, weil es einen unbekannten Grund haben muss, dass man lebt und quasi das Lebenwerk von den Verstorbenen miterledigen will.

Nach dem WK II Konzentrationslager Überlebende stellten ihr Leben in den Dienst der Aufklärung, des Erzählens damit die Menschheit nie vergessen werde, Nie wieder solle sowas je nochmals geschehen als Motivator.

Gelingt es, das menschliche Gehirn auf was als etwas Gutes definiert wird, auszurichten, es schöpft aus der Kraft der leidvollen Erfahrung und dreht das Leiden in Sinnvolles.

Eine mögliche Antwort. Andere möchten nie mehr darüber sprechen, verschliessen das Erlebte ab, leben weiter und machens nicht mehr zum Thema. Manchmal kommt es jahrzehnte später wieder hoch, wenn gängige Ziele wie den Lebensunterhalt verdienen, das eigene Leben gestalten, erledigt sind, es ruhiger wird im aussen, man sich zurückerinnert, Bilanz ziehend über wie man sein Leben verbracht hat.

Dieses begreifen wollen führt dazu, dass sofort in den Medien alles verbreitet wird, was an Infos zu haben ist, mit den heutigen technischen Möglichkeiten kommen sofort Fake News dazu.

Es mag Tage, Wochen später sein, kommt die offizielle, von den Behörden untersuchte Antwort. Das ist eine Belastung für die heutigen Menschen, die nicht unseren Gehirnen entspricht, dieses warten. Also bilden sich viele ihre Meinung, bevor die Fakten erforscht sind.

Wie Kinder, denen man erzählen konnte, die Babies bringe der Storch, glauben wir lieber irgendwas, weils schneller und einfacher ist und diese unerträgliche Spannung nach der „Warum Frage“ legt.

Ich finde Neurologie für Laien erklärt spannend. Mit viel Übung über Jahrzehnte, lernte ich mich selbst zu durchschauen, wenn ich menschliche, typisch der menschlichen Neurologie verhaftete Gedanken und Reaktionen zeige. Was will frau machen? Mensch bleibt Mensch.

An Unglücken, an den offiziellen Reaktionen darauf, an der Medien Berichterstattungen, man kann gut lernen, wies oft fast wie ein Ritual in sich wiederholenden Abläufen abläuft. Diese Wiederholungen geben eine „Sicherheit“, dass die Behörden, die ErsthelferInnen, die staatlichen Organe, sich darum kümmern.

Nie vergessen, praktisch jedes menschliche Gehirn sucht Antworten, ob sie sich auf Fakten gründen oder nicht, ist zweitrangig. Darum ists schwierig, warten zu können, wenn Untersuchungen zu erledigen sind vorgängig, damit Fakten, Fakten bleiben, nicht alles zu Meinungen verkommt. Etwas langsamer und gründlicher, es würde unserer schnelllebigen Zeit gut tun.


Was auf die Überlebenden zukommt, sind schlimmste Schmerzen, Operationen und nie mehr werden sie so aussehen wie früher, das in Teenie- bzw. jungem Erwachsenenalter. Innere und äussere Verletzungen. Dann vergeht Zeit, irgendwann gehts zurück in einen früheren Alltag. Sie gezeichnet und das Leben der andern ist wochen-, monatelang weitergegangen, diese unterschiedlichen Erfahrung wieder zusammen zu bringen wird mit Schwierigkeiten gepflastert sein, weil nichts mehr so ist wie früher. Zuerst Freude, dann nutzt sich diese rasch ab und das Selbstverständnis der Brandopfer muss sich neu entwickeln. Sehr rasch werden sie zuspüren bekommen, dass wer ihnen Mitleid entgegenträgt, sie unterordnet.

Nun sollen etliche junge SpitzensportlerInnen in der Bar gewesen sein, Publikumslieblinge und dann bemitleidenswertes Brandopfer? Ein gängiger Ausweg, auch eine Illusion, die heroischen, tapferen Opfer, die wegen ihrer Tapferkeit gleich wieder auf ein Podest gestellt werden, nochmals abhängig von der Meinung ihrer BewundererInnen.

Menschen wollen meistens Menschen sein, rundum akzeptiert mit ihren guten, mittleren und schlechten Eigenschaften. Gerade diese 71 Brandopfer Schweiz, sie haben einen Weg vor sich, weil was Behinderte, Gezeichnete, Kriegsversehrte kennt die Schweiz nicht, z.B. in der Deutschschweiz erleben müssen, das wünsche ich niemandem.

Da kann der Bundespräsident Guy Parmelin am ersten Tag im Amt öffentlich die schönsten Worte sagen, der Alltag, die Realität wird eine andere sein.

Von all den Kommentaren auf Blick online und 20 Min. ich las genau einen Kommentar, der damit begann, diese Person habe Erfahrung mit Verbrennungen, kenne den Weg, der vor diesen leider fast nur Schwerverletzten liege. Das wäre wichtig, Kontakt zu früher Betroffenen zu finden und Anleitung zu bekommen, wies weitergehen könnte, was hilfreich ist, diesen Weg zu gehen, der einem auferlegt wurde, nicht aus freien Stücken gewählt ist.

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