Crans-Montana die grosse Ausnahme?

Blicks Chefredaktor.

Da ist in einem Dorf im Wallis eine Silvesterkatastrophe und der Blick Redaktor beginnt zu leiden, schämt sich fremd? Hat er nie ein Geschichtsbuch über die Schweiz gelesen, er ist Mann nicht Frau, erlebt die Schweiz als Mann. Von Verdingkindern hörte er, Widmers-Schlumpf Entschuldigung, für eine zerstörte Kindheit, gabs 25 tausend SFr, was zu Komplikationen führte, „weil plötzlich reich“?

Nun also eine Bar, die ausbrennt. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Vielleicht ist das der Aufschrei, es hätte einem selbst passieren können. Es gibt keine Absicherung, dass es nur andere, die andern betrifft, es hätte einen selbst treffen können, die eigenen Kinder.

Statt, dass man sich mit gedanklichen Abgrenzungen rauswinden kann, der Gedanke: „Was, wenn mirs passiert wäre, mein Kind unter den Toten oder Verletzten? Statt die Fussballer von Lutry, die junden Fussballer meines Dorfes, meines Quartiers?

Ein normaler Brauch, nichts Aussergewöhniches. Die Feier betroffen von einem Jahr ins nächste. Wer feiert in der Nacht nicht? Nach den Familienfeiertagen Weihnachten, evtl. nochmals Familienfesttage oder mit FreundInnen.

Ich denke, es ist,Zitat „zum fremdschämen“, weils unmitelbar in den Alltag reingeplatzt ist, die gedanklichen, gängigen Notausgänge gibts irgendwie nicht. Es brennen die eigenen Gedanken, rennen im Kreis im Kopf rum täglich, es ist Tag 11 ganz früh nach Mitternacht, wärs vor 11 Tagen, in knapp einer Stunde würde es sofort lichterloh brennen.

Prävention? Wir möchten sowas, nie wieder erleben müssen? Wie geht das Erreichen dieses „bitte, nie wieder“. In unserem föderalen System? Wie soll das gehen?

Alt-Bundesrätin Calmy-Rey meldet sich in den Medien. Wenn sie zitiert wird, sinds wichtige Themen und die Kritik trifft zu.

Es ist zu viel, was über selbst nicht Angehörige, noch Betroffene hereingebrochen ist, bevor 2026 erfreulich beginnen konnte.

Canyoning Unfall, Saxetbach, 27. 7. 1999, junge Erwachsene ertranken. Nicht die genau gleiche Altersgruppe aber eine ähnliche. Die jungen Erwachsenen, die das ganze Leben vor sich gehabt hätten. Das war damals, weitab von der Katastrophe, aber wohnhaft in der Schweiz Überforderung pur.: Kennzeichen, es ist über 25 Jahre später, punkto Erinnerung, als wäre es gestern geschehen.

Orkan Lothar, schweizweit 14 Tote, plus weitere Tote bei den Aufräumarbeiten. Das war damals die Natur. Ich Pfarrerin in einem Dorf, betroffen, über Tage ohne Strom.

Blatten:“ Wie reagieren, der Berg wird kommen, der Berg kam.“

Die Schweiz kann idyllisch sein, immer ist sies nicht.


Nun doppelt der Sonntagsblick Chefredaktor nach.* Auch dieser zweite Beitrag, meiner Meinung nach überzeichnet. Das Wallis hat garantiert in seiner Menschen Geschichte schon beliebig viele Katastrophen erlebt. Diese Eine kommt dazu, wird nicht den charakteristischen Wallisercharakter der Menschen dort ändern.

Lernen sicher, aber niemand erfindet sich von Grund auf neu.


….* Diese beiden Chefartikel zeigen, was diese beiden Personen unter ihrer Arbeit verstehen. Alle Schreibenden verraten schreibenderweise, wie sie zu denken pflegen. Das gehört dazu und diese Moderne mit, ich nenne es nicht einmal Sensationslust, wohl eher, der Brand ist DAS Thema und es gibt daneben nichts mehr, es nimmt den ganzen Raum ein, wie wenn es daneben nichts mehr gäbe, alles stillstehen müsste.

Nein, die Trams in Bern standen 20 Sekunden still. Staatstrauer, ein Trauertag, keine Woche lang Staatstrauer, ein Trauertag.

Es fehlt mir das Mass und die Einsicht, „alles geht vorbei“: Wenn es quälend langsam geht, es geht vorbei, es verändert sich, wenns Jahrzehnte dauert, es bleibt nicht immer so, wie am schlimmsten, unerträglichsten Tag. Wer Hilfe braucht, wem diese Last zu schwer ist, wer umgefallen ist oder umfallen wird, man kann mit Hilfe wieder aufstehen.

Für die Toten wars das Lebensende. Für alle andern nicht.

Kann auch interpretiert werden als Artuikel, Arbeiten dieser „Betroffenheitskultur“. Man fühlt, fühlt, fühlt, die professionelle Distanz fehlt, dann geht man in seinen eigenen Gefühlen unter. Das ist seit einigen Jahrzehnte „in“, es bewährt sich diese Einstellung nicht.

Offenbar bin ich nicht die Einzige, die sich die Haare rauft.

Es ist immer die Einstellung, die nicht verträglich ist. Nun, die können nur die jeweilgen BesitzerInnen derselben ändern, wenn es sie stört, wenn nicht, also Konsequenzen tragen. Fertig.

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