Statt in den frühen Morgen zu feiern soll eine Explosion stattgefunden haben, die zu einer Feuersbrunst führte, sowas in der Schweiz ist eher unbekannt. Die Zahlen sind aussergewöhnlich, mehrere Dutzend Tote, 100 Verletzte.
Die Spitäler im Wallis und weiter in der Schweiz rufen die gesamte Bevölkerung auf, heute besonders vorsichtig zu sein, die Kapazität der Notfallaufnahmen zu schonen. Die Spitäler im Wallis sind völlig ausgebucht, andere Kantone sind überbelastet, also bitte vorsichtig.
Ich erinnere mich nicht, je sowas punkto Schweiz gelesen zu haben.
Es wird nicht von einem TerroristInnenakt gesprochen, sondern einer unbekannten Ursache.
Da reiben wir uns verwundert die Augen, die Schweiz eher bekannt als das Land der Vorsichtigen, die nun alles regeln, was Menschen in den Sinn kommt zu regeln, um Unglücke zu verhindern.
Leben wir nicht schon gefährlich genug, die Berge besiedelnd, wenn der Berg kommt, kein Kraut scheint dagegen gewachsen zu sein, das reicht völlig als nationale Herausforderung. Wildbäche, die bei Regen anschwellen zur Gefahr werden, weit weg von dem Ort des Gewitters.
Nun sowas. Gut organisiert, wie die Schweiz ist, die erste Hilfe, die Feuerwehr kommt rasch, das Ausmass gross, subsidiär zum Kanton Wallis, sofort umliegende Kantone im Einsatz und es hat eine Verbrennungsklinik mindestens in Zürich, hochspezialisiert. Auch Universitätsspitäler seinen mit Verwundeten angeflogen worden.
Die Anzahl der Rettungshelikopter im Einsatz sehr hoch. Man stand zusammen wie eine Person.
Um 10 Uhr 30 heute eine erste Pressekonferenz, bloss, was ist bekannt, bei solch einem zahlenmässig grossen Unglück. Die Zahlen verwirren mich: In der Bar seien um die 100 Personen anwesend gewesen. Opfer, mehrere Dutzend Tote und 100 zum Teil Schwerverletzte, In- und AusländerInnen. Eine Hotline wurde installiert für Angehörige potentieller Opfer.
2026 beginnt für die Schweiz mit einen Ausnahmezustand punkto Spitalwesen: Normalerweise alle Jahre wieder in den Medien das erste, im Neuen Jahr geborene Baby.
Nichts solches heute, es kämpfen Menschen um ihr Überleben.
Erste Nachricht auf CNN News, „Katastrophe in einem Schweizerresort“. Was war, wir wissen es noch nicht. Was wir wissen für weit über 100 Menschen und deren Angehörigen, das 2026 begann mit einerm Trauma, das nie mehr weggehen wird, das ganze Leben der Betroffenen und deren Angehörigen verändert hat, verändern wird.
Nachtrag nächster Tag. Italien und Frankreich haben angeboten, Spitalbetten für Brandverletzte zur Verfügung zu stellen.
Zahlen momentan 40 Tote und 115 hauptsächlich Schwerverletzte, darunter auch Minderjährige.
Erstes Zusammentragen der Infos derer, dies miterlebt haben, Interpretationen, oft ist 20 Min. sehr schnell und erstaunlich oft bewahrheitet sich, was 20 Min als erste online Zeitung geschrieben hat.
Alle Einsatzkräfte inklusive Spitalpersonal werden verarbeiten müssen, was sie gerade bei ihrer Arbeit erleben.
Nachtrag Freitagabend im Blick. Genau, darauf auf die Meinung einer 29 Jährigen mit berühmter Mama hat die ganze Schweiz gewartet.
Da muss ein riesengrosses Careteam im Einsatz sein vor Ort, schweizweit , wo die Verletzten behandelt werden, Kontakt aufgebaut, so sie überhaupt nicht im künstlichen Koma liegen zu deren Angehörigen.
Derweil ein Team, 30 Berufsleute sind dran Leichen zu identifizieren, hintendran eine telefonische Notlinie, die sofort bekannt gegeben wurde.
Emotionen, wild durcheinandergewirbelte, wie im Schleudergang einer Waschmaschine sind völlig NORMAL. Praktisch jedes menschliche Gehirn ist überfordert, ohne direkt betroffen oder angehörig zu sein, ein solches Ausmass von Toten und Verletzten auszuhalten.
Alle Atersstufen lesens, hörens, sehens aus ihrer je eigenen Perspektive. Ich z.B. bin froh, erlebte ich nie sowas mit meinen eigenen Kindern. Die Dankbarkeit der Verschonung.
Auch wenns ein Klischee ist, von der Schweiz wird Qualität erwartet, diese Fleissigen, Nützlichen, die alles oft kontrollieren, gründlicher nehmen. Das Bild zersplittert, angesichts einer solchen Katastrophe. Bezogen nur auf den Brand, nicht was danach als Hilfe, Rettung, Logistik aufgestellt wurde, inklusive Notruflinie und psychologische Betreuung. Das lobte z.B. CNN, wie das sofort (typisch) schweizerisch lief.
Es sind verschiedene Ebenen, wo Gehirne nun denken, fühlen, sich verweigern, weinen, lachen, sich ausgeliefert fühlen oder vor Wut zerplatzen könnten. Mein Gehirn, erlebe ich was Heftiges, reagiert entweder durch „Vergessen“, Blackkout oder schlägt sich ein den gleichen, repetitiv praktisch identischen Gedankengängen, wie eine Filmsequenz in Dauerschleife. Einmal erlebte ich mit, auf enger Strasse im Wallis, ich im ÖV, Postauto, wie eine Auto überholte und ins Postauto fuhr, wer lenkte war sofort tot. Ich hörte wochenlang das Geräusch des Zusammenstosses. Es war einfach so, es war die Reaktion der Überforderung meines Gehirns, ausgelöst genau in dem Moment des Unfalls. Es dauerte Wochen. Ruhe bewahren, der Zeit Zeit lassen, verständnisvoll und lieb zu sich sein, evtl. Hilfe suchen, falls nötig.
Gehirne agieren, sie reagieren und zeigen an, wies ihnen gerade geht. Beim Körper reagieren wir auch, wenn er die kleinste Schürfwunde hat, holen wir Desinfektionsmittel und Pflaster.
Analog bei der überforderten Neurologie. Mit Lebenserfahrung , falls wir uns nicht schon als Kinder instinktiv klug schützten, alle können sich selbst Gutes tun, oft heissts Pause machen, die berühmte Tasse Tee trinken, was Schönes dem eigenen Gehirn als Denkanstoss geben, aktiv werden, was tun, früher Garten jäten, manche spazieren, Natur, oft Wald, Sport, was Bekanntes, eine Routine einlegen….es gibt viele Möglichkeiten. Sich bewusst spüren, ob der eigene Körper kalt, warm, Durst, Hunger hat, nirgendwo weh tut, irgendwelche Muskeln verspannt sind, die Ebene der eigenen körperlichen Befindlichkeit.
Solidarität heisst auch, sogenannt unangepasste Reaktionen mitaushalten. Eine 29 Jährige mit hoch erhobenen Zeigefinger? Was uns der Blick damit sagen will, er muss es wissen.
Besser Menschen erleben und erleiden ihre Emotionen in Echtzeit oder etwas verzögert, wies für sie stimmt, als wegzudrücken, dann kommts als Trauma zurück, später als PTBS mit Flashbacks. DAS ist dann echt unangenehm, Triggern ausgeliefert zu sein und der Satz: „Es ist vorbei, es ist vorbei, es ist vorbei“, als einzige Rettung. Wie aus einem fernen Film wacht man auf zurück in die Gegenwart.
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