Gegendarstellung zu PZM

Wir erinnern uns, ich hatte mich bei der Ombudsstelle für Spitalwesen gemeldet, um kostenlos meine Reklamation im PZM zu deponieren. Wurde gemacht und seit einigen Tagen liegt die überhebliche Antwort der Oberärzte vor. Eine Steilvorlage um das Messer reinzurammen und dazu habe ich alle Lust.

Faktisch habe ich in der CH das Recht zu einem Arztbericht meine Gegendarstellung zu verfassen und die MUSS den Akten beigelegt werden. Huuurrrrraaaahhhhh ich komme, formulieren, das kann ich.

PZM: „Unklar sind die Differenzen bezüglich der Gehunfähigkeit, die wir nie als derart drastisch gesehen haben, dass wir einen Rollstuhl zur Verfügung stellen müssen.“

Meine Antwort:

2. Gehunfähigkeit

Die Einweisung ins PZM 2017 erfolgte nach einem Cerebralparetischen Schub. Die Patientin war weitgehend gehunfähig, konnte nicht stehen. Oberarzt blablabla… verlangte von ihr auf einen Rollstuhl zu verzichten. Sie musste am Boden rumkriechen, welcher schmutzig und völlig ungepflegt ist. Um an Essen zu kommen, musste die Patientin ein zu schweres Tablett aus einem Wärmeschrank würgen und immer die Heizelemente weglegen. Die Oberärzte nennen das die eigenen Ressourcen mobilisieren. Die Patientin verlangt Menschenwürde und Inklusion.

 

Für unsereins, b. hatte mich besucht und die Zustände dort gesehen. Sie wies und weist mich darauf hin, dass die Nahrungsaufnahme für mich unzumutbar war. Sie hat mich ermuntert, ein Tablett fallen zu lassen, um permanente Hilfe zu bekommen bei der Essensausgabe. Die Pflegeleute pflegten sich in die Sofas hinzuflätzen während wir assen. Also die personelle Kapazität wäre absolut vorhanden gewesen, mir stets das Tablett auf den Tisch zu stellen. Ihre Faulheit pflegten sie mit diesem Ressourcensatz zu begründen. Voll ätzend.

Das ist nur ein Bsp. der ganze Text ist länger. Auf Englisch heisst dieser Prozess: „Eat your own words.“ Tja, wer Disteln sät, kann keine Sonnenblumen ernten!

Ich habe meine Gegendarstellung in dieser Nacht verfasst, weil ich armes Kerlchen nicht schlafen konnte. So wie sich mein Körper anfühlt, kriege ich kein Mittagsschläfchen. Wer hat ein Schlafhämmerchen?


 

Ich stelle bei diesem Thema fest, wie schlimm Traumatisierung und Retraumatisierung sind: All diese Zwangsmassnahmen sind traumatisierend und retraumatisierend, weil ich in meiner Kindheit schlecht behandelt wurde.

Sex: Natürlich hat es mich genau einmal erwischt. An dem Tag war ich leider nicht bei drei auf den Bäumen, sondern in einer kompromittierenden Situation. Auch wenn mir rational absolut nichts Schlimmes passiert ist, bin ich von der Situation, aus der ich mich befreien und retten konnte, ich kam nicht unter die Räder, traumatisiert.

Der ständige Druck zu wissen und zu spüren, da will mann etwas, egal von welcher frau, auch eine wieort kommt in die engste Auswahl, das war nur grässlich. Einerseits verstehe ich die zu lange weggesperrten Männer und andererseits verstehe ich mich, die sowas partout nicht will.

Mit dem einen Mann, dem ich lehrte mich als Mutter anzuschauen, hatte ich sehr guten Kontakt. Er war in einem gewissen Bereich der Schwächste und ich im körperlichen. Wir waren viel beisammen und streiften durch die Gegend, in dem engsten Rahmen, der uns gesetzt war. Gern hätte ich ihm geholfen, wenn ich gekonnt hätte. Aber in der Situation kann sich frau nicht einmal selbst helfen.

Was ich nicht weiss, ob ich meine gesamte Gegendarstellung anonymisiert hier einstellen will. Ich wäge pro und contra ab, bin grundsätzlich stolz über meine Formulierungen, weil ich mich wehre und nicht unterbuttern lasse.

Schreien

Zum Schreien finde ich auch Menschen, die mich als Psychotante behandeln, mit dem mittleren Tonfall von „bitte um schonendes Anhalten“. Das tut z.B. mein Anwalt. Eigentlich geht der mir total auf den Geist. Ich hatte ihn früher schon und war unzufrieden. Weil er auf der Liste für PatientInnen mit Hirnverletzung steht, habe ich ihn wieder gewählt und bin unzufrieden. Er kann Brieflein an die Invalidenversicherung schicken und dann kommen deren Verfügungen mit Ach und Krach in Ordnung.

Was er daneben erledigen sollte, schleppt er terminlich dahin bis zum geht-nicht-mehr. Dank der Konsumentenzeitschrift Beobachter konnte ich ihm in einem Fall Beine machen und es war der letzte Augenblick gewesen vor der Verjährung. Für die Angelegenheit Umzugsfirma, will er Zeugenaussagen. Mein Wort reicht ihm nicht fürs erste.

Was die Enterbung meiner ersten Tochter betrifft, hat er bis heute nicht das Gesetzbuch aufgeschlagen und nachgelesen, ob die Grausamkeiten meiner ersten Tochter reichen für eine vollständige Enterbung oder ob sie mich zuerst erschiessen muss. Die Bedingungen für eine Totalenterbung sind in der CH sehr hoch. Das ist auch mir klar. Trotzdem, wenn ich wissen will, ob es reicht, kann ein Fachmann rasch nachschlagen, ob es reicht.

So habe ich gerade gegoogelt, ob ich in der CH den Umgang mit meinem Enkelkind einklagen kann. Antwort: Nein, kann ich in der CH nicht. – In den Fernsehshows ist das möglich. Ob das deutschem Recht entspricht?

Der Ehemann meiner Skilehrerin hat mich auch in dem Tonfall behandelt. Über 25´000.- SFr. hat meine Skilehrerin in den fast 20 Jahren an mir verdient und mir natürlich eingetrichtert, ich könne nicht ohne sie fahren, weil ich mein Tempo unzureichend einschätzen könne, was Mumpitz ist. Aber weil ich nun nicht mehr in die Lenk gehe, der WoWa ist bekanntlich abgezogen und den schreienden Campingplatzbesitzer muss ich nie mehr in meinem Leben sehen, weil die Lenk passe ist, sind Jonathan und ich zu faul, um die Skiausrüstung holen zu gehen. – Ein Weg ist immerhin 5/4 Std. – Wesentlich sind die Skischuhe, weil die innen korrigiert sind. Der Rest ist Allgemeinware und die Skis eh uralt. Jetzt, da frau an mir nicht mehr verdienen kann, muss ich wieder und wieder bitten, mir die Skischuhe doch bitteschön zuzusenden. – Fussboden ich lecke dich mit Todesverachtung.

Mensch oder Frosch?

In meinen Augen gibt es solche und solche Menschen. Heute habe ich mit der Umzugsfirma meines Vertrauens mich beraten. Sie bieten einen genialen Service: Sie kann völlig selbständig das bescheuerte Lager räumen und ein Familienmitglied bietet die Dienstleistung an, Ware mit Fotos ins Internet zu stellen. 1. Qualität kommt ins Auktionshaus vor Ort. Müll wird entsorgt und Billigware, die es eigentlich NICHT geben sollte, kommt ins Brockenhaus.

Ich umgebe mich garantiert nicht mit Mobiliar aus meiner Folterzeit. Wenn ich Folter schreibe, dann umfasst das körperliche Folter und grausame, seelische Misshandlung. Vermutlich wäre es nach heutiger Gesetzeslage eine Straftat. Jedenfalls werden Eltern mittlerweilen für dies und jenes zur Rechenschaft gezogen. Nach heutigem Gesetz würde ich meinen Eltern mit Sicherheit weggenommen und fremdplaziert und ich gehe davon aus, dass meine Mutter ins Gefängnis kommen würde. Also es geht nie nur darum, dass frau vor Jahrzehnten strenger erzogen wurde und ab und zu eine Ohrfeige kassiert hat.

Also zurück zum Thema. Wenn die Umzugsfirma meines Vertrauens eine solch umfassende Dienstleistung anbietet, habe ich das meinem Anwalt mitgeteilt. Der glaubt mir nicht, dass die Umzugsfirma 2017 überrissen im Preis war und schlecht gearbeitet hat. Er will das von meiner neuen Umzugsfirma wissen. Also habe ich ein entsprechendes Mail verfasst mit der Bitte meinen Anwalt anzurufen und seine Fragen zu beantworten. Innerhalb von Stunden kommt ein Antwortmail der Umzugsfirma meines Vertrauens mit der zeitlichen Angabe, wann diese Aufgabe erledigt wird. Das ist soooooooo angenehm, wenn klar ist, wer, was macht und alle am gleichen Strick ziehen, Menschen eben.

Bescheuertes Lager

Etliche haben mir geschrieben, wie ich mir ein Möbellager vorstellen könnte. Dazu ist folgendes zu ergänzen:

  • Die Ware ist wertvoll, es handelt sich, wenn korrekt gearbeitet wurde, ausschliesslich um Stilmöbel, wertvolle Bilder, wertvolles Geschirr und ehemals wertvolle Teppiche, wertlose Ware wie Küchengeräte, Küchengeschirr etc. würde kein vernünftiger Mensch einlagern wollen. Daher sollte es sich nicht um irgendeinen Container als Lagerraum handeln, sondern um einen wohltemperierten Raum, der die kostbare Ware nicht beschädigt.
  • Rumhantiererei sollte absolut vermieden werden. Wenn jmd. sein Lager hinter diesem Lager hat, dann sollte das so zugänglich sein, dass nichts verrückt werden muss. Jede Bewegung schadet alten Möbeln und Kosbarkeiten.
  • Muss ich erwähnen, dass ich nicht gefragt wurde, was mir von der Ware meiner Eltern am Herzen liegt, was mich interessieren könnte, was ich gerne hätte? Natürlich nicht!!!!
  • Zu der Zeit als ich nach der Meinung meiner beiden Schwestern beim Räumen der Wohnung helfen sollte, hatte ich gerade meinen Cerebralparetischen Schub gehabt und kroch am Boden rum, weil mir niemand einen Rollstuhl gab. – Ja, genauso doof ist meine sog. Familie: Leistung fordern und fordern und leider, leider kann ich sie beim besten Willen nicht erbringen. Ich verrate ein völlig überraschendes, nigelnagelneues Geheimnis: Ich habe eine CP, Invaliditätsgrad 100%, leichte Hilflosigkeit, 26 Std. pro Monat Assistenz. – Kein Wunder bittet mich meine Hausärztin immer inständig einen grossen Bogen um diese Menschen zu machen, sie tun mir nicht gut.

Zerrissenheit

Warum ist es so schwierig ruhig zu bleiben? Warum platzt mir der Kragen irgendwann immer, auch wenn ich mich noch so anstrenge? Mit b. haben wir darüber nachgedacht.

  • Sicher ist, dass mir der Kragen platzt, wenn ein Trauma dahinter steckt. – Wenn ich rumschreie, muss ich mir nur überlegen, was das Trauma ist. Das ist so praktisch wie das Bluten einer Fleischwunde. Intensität etc. geben Auskunft über die Schwere der Verletzung. – Darum nützt der Hinweis nichts, ruhig zu bleiben. Ruhig bleiben habe ich zu dem Zeitpunkt schon bis zum Ekzess versucht und leider hat es nicht geklappt. NOT-wendend ist die Traumabehandlung. Die senkt den Stresspegel von Behandlung zu Behandlung.
  • Schreie ich auch, wenn Meine Erwartungen nicht erfüllt werden? – Das will ich beobachten.
  • Sicher schreie ich bei Überforderung, soweit ich nicht verstumme, weil ich total überfordert bin.
  • Sicher schreie ich nie manipulativ oder aus Lust am Kravall.
  • Früher habe ich mich wahnsinnig geschämt. In der Zwischenzeit stehe ich mehr zu mir und gut ist.
  • Was mich auch zerreisst sind Dinge die mir so offen und klar sind und NTs wissen noch nicht einmal, dass ein Problem im entferntesten entstehen könnte. Ich erinnere an die Situation, die von einer Gruppe PatientInnen erlebt wurde und nur ich wusste SOFORT das gleich jmd. geschlagen wird und eilte dazwischen. Mit einer anderen Patientin habe ich gesprochen, sie hat die drohende Gefahr nicht realisiert, hätte gern geholfen den Gewaltausbruch zu verhindern oder die Parteien so zu trennen, dass niemand zu Schaden kommt. Solche Beispiele gibt es viele und die Verständigung ist schwierig, weil was für den einen so selbstverständlich ist für den andern nicht existiert.

 

Soviel kommt mir gerade zu diesem meinem Dauerbrennerthema in den Sinn. Ich habe mich oft gefragt, wie dieses heikle Thema ausschauen würde, wenn ich ein Hitzkopf und nicht so selbstbeherrscht wäre, wie ich bin. Dann wäre vermutlich Dauerkrieg. Ich weiss, dass Menschen im Dauerkrieg leben müssen, nicht weil sie es wollen, sondern weil das Schicksal ihnen so übel mitgespielt hat. Sie haben meine Empathie, weil es meiner Meinung nach etwas vom behindertsten ist, so leben zu müssen. Es ist einfach nur grausam.

Wohnwagen kaputt

Mensch, bin ich froh, dass ich gerade keine Depression habe:

Komme ich heute zu meinem Wohnwagen und irgendwann fällt mir auf, dass eine Zierliste sich auf den Boden neigt. An einem Zipfelchen ist sie noch mit dem Wohnwagen verbunden und der Rest folgt der Gravitationskraft. Als ich viel später um den Wohnwagen rum gehe, realisiere ich, dass auf der anderen Seite das Mittelfenster eingedrückt ist.

Mir ist sofort klar, dass ich den Schaden nicht aus meiner eigenen Tasche bezahle. Ich habe ausschliesslich Fachleuten Aufträge erteilt. Ich denke an meine Versicherung. Ich frage mich, wer verantwortlich ist und Fahrerflucht begangen hat. Natürlich denke ich an den Campingplatzbesitzer. Den treffe ich später zufällig und er erklärt mir glaubwürdig, dass er es nicht war. Also bleibt die Reparaturwerkstatt, die wenn es stimmt, gleich selbst für ihre Aufträge sorgt!

Mein Auftrag war ätzend und klar. Ich musste möglichst ruhig in die Werkstatt fahren und dem Chef schonend beibringen, dass ein Schaden entstanden ist, der höchstwahrscheinlich auf seine Kappe geht. Ich habe ihn ungefähr so begrüsst: Reklamation, Schaden und ich geh jetzt sofort unter meine Bettdecke.

Natürlich habe ich mit dem Android Fotos gemacht, das macht heute jedeR.

 

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Wenn ich heute in einer Depression wäre, wäre ich hoffnungslos überfordert gewesen. Die Bilder zeigen eindeutig, dass Handlungsbedarf besteht. Ich danke Gott auf den Knien, dass ich zwar Ärger habe, dem aber gewachsen bin.

Unbedingt abkupfern

Seit heute habe ich einen neuen Kommentator. Natürlich bin ich auf seinen WordPressBlog gegangen. Zuerst hat es lange gedauert, bis ich die Blogfunktion fand. Das Layout ist für NTs( = NeurotypikerInnen, wertfreier Ausdruck für normale Menschen) sicher genial, für mich verwirrend. Die Menuleiste habe ich gefunden und mich für „Depression“ interessiert. Ein Thema ist dort „Der Notfallkoffer“. Natürlich habe ich dieses Stichwort schon gehört, genial diffus und völlig unbrauchbar. Ich gucke während der Depression Trash TV. Das lenkt ab und die Zeit vergeht. Ich könnte genauso gut Bücher lesen, bloss die Beschaffung und Entsorgung ist aufwändiger. Die Fachleute, die mir jetzt zur Seite stehen, rügen mich nicht für meine Passivität und so habe ich nicht mehr die Krankheit und ein schlechtes Gewissen zu ertragen. Ich spaziere nur in Begleitung, allein schaffe ich das nie.

Aber der Notfallkoffer in dem Blog hat geniale Tipps: Fotos von Freundinnen und Menschen, die ich mag. Filiiiiiiiiiippaaaaa hast du ein Foto von dir für mich bitteeeee! Papier und Stifte zum kritzeln, schreiben kann ich in dem Zustand nicht. Vielleicht könnte ich Kleinstpuzzles mit wenigen Teilen beifügen. Notfalladressen sind nicht nötig, da ich Johnathan habe. Postkarten, die aufmuntern, die frau sich z. B. selbst zusenden kann. Vielleicht kann ich mir eine von einer gewissen Stadt in Österreich schnorren. :-) Es werden auch Stempel erwähnt, um Karten zu stempeln. Da weiss ich  nicht, ob mich das interessieren könnte. Aber mein Gehirn ist geweckt und ich überlege, welche kleinen Tätigkeiten die Spur eines Lächelns auf mein Gesicht zaubern könnten. Im PZM habe ich selbstgebundene Bücher gekauft mit leeren Seiten. Ein solches Buch wird mein Depressionskritzelbuch. Kritzeln, nicht zeichnen oder malen, einfach nur kritzeln. Ich werde demnächst einige Kritzelprobeläufe machen, damit ich sicher bin, dass ich kritzeln kann vor der nächsten Depression.

Stressabbau

Meine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung war am Schluss nicht mehr zum Aushalten noch zu Kontrollieren. Die Stressspirale drehte immer schneller und es wurde immer wilder. Ich bin froh, dass ich aus lauter Not z. B. keine Straftat begangen habe oder sonst was wirklich Dummes. Ich hätte einen Autounfall provozieren können. Ich hätte einen Suizid oder Suizidversuch machen können. Trotzdem führte sie zu grässlichen Szenen, die wiederum zu den altbekannten Fehlbehandlungen führten. Die CH ist ein Anfängerland, was den Umgang mit traumatisierten Menschen betrifft. Ich war Patientin von x Arztpraxen, da rechne ich mindestens die drei letzten Jahrzehnte mit und nicht einmal wurde ich an eine Traumabehandlung angemeldet. Dafür wurde gepfuscht was das Zeug hält und mir ging es immer schlechter. Das sei halt so, wurde ich belehrt. Eine Frechheit sondergleichen, wenn ich bedenke, dass es mindestens seit den 90er Jahren anerkannte Traumabehandlung gibt.

Ich wundere mich noch immer, wie Menschen Mitmenschen behandeln dürfen und es ist keine Straftat. Nur an einem einzigen kleinen Punkt wird ein Mensch mit der Hilfe meines Anwalts zur Rechenschaft gezogen. Ansonsten kann man Mitmenschen ausnutzen, veräppeln, verarschen, übervorteilen und nichts, gar nichts davon ist anklagbar. Wenn ich dadurch unter einem immensen Leidensdruck stehe, dann bin ich der Depp im Umzug, für mich unverständlich.

Jetzt endlich habe ich mir eine Traumabehandlung selbst organisiert. Letztlich draufgekommen bin ich durch eine Reaktion meinerseits, die ich als glasklares Flashback identifizierte und die auszuhalten ich nicht bereit war. Also eigentlich ist es ein kleiner, blöder Zufall, der mich aus der vollendeten Misere rauskatapultiert.

In solch einer Extremsituation ist es sehr wichtig, Stress abzubauen. Jedes Trauma, das nicht verarbeitet ist, kann getriggert werden und schon läuft es auf Hochtouren, Stress pur. Die begleitenden Depressionen sind nicht ohne und von A bis Z Stress. Heute habe ich z. B. das schmutzige Geschirr stehen lassen, weil es mir egal ist. Sonst habe ich immer mit äussester Not aufgeräumt, weil ich mich schämte, nicht einmal fähig zu sein, das bisschen Geschirr wegzuräumen.

Wenn der Stresspegel dann gehörig gesunken ist, wenn zwischen 30 und 50 Traumatas verarbeitet sind, erhoffe ich mir, nicht mehr so schreckhaft zu sein. Das wäre toll: Jemand kommt ungesehen von hinten und ich hopse nicht einen halben Meter in die Luft. Oder ich muss nicht mehr gereizt auf alles Unvorhergesehene reagieren, ich könnte z. B. neugierig sein. Das wäre doch einfach genial.

Heute hat mich mein genialer Assistent umarmt. Er hat sofort gesehen, dass ich aus der Depression raus bin, weil ich ihn angelacht habe. Wir haben wie Kinder rumgetollt und anderes Essen eingekauft, das worauf ich gerade Lust habe. Nächsten Montag machen wir ein Festessen mit dem Silberbesteck, das ich flicken liess, einer zweier Garnitur.

Das Silber ging kaputt als ich zum erstenmal zwangshospitalisiert wurde. Ein Schaden von über 10’000.- SFr. Die Spitex war in der Wohnung. Der Schaden egal. Damals habe ich in diesem bescheuerten Spital gelitten wie ein Hund allein wegen des Silbers und dieses entstehenden Schadens. Wäre ich abgedreht gewesen, wie die Ärzte noch heute behaupten, hätte ich sowas nicht realisiert.

Ich habe nur flicken lassen, was ich brauchen kann und will. Ein Zweierset z. B. für mich und Jonathan oder mich und Eliane oder….

Recht auf eigene Gefühle

Das ist etwas vom fiesesten, einem Menschen seine ureigensten Gefühle abzusprechen. Ist mir neulich in einem Fall wieder begegnet und ich war so vor den Kopf gestossen, dass ich sprachlos war. Wenn ich mich richtig erinnere, war es eine Fachperson, die mich fragte, ob ich Frust empfinde. Ich konnte nicht einmal fragen, was mit dieser Frage gemeint sei, ich empfand ein dumpfes Gefühl von in-der-Falle-zu-hocken, unangenehm klebrig und schwieg ganz lange.

Manche Menschen vermitteln andern auf subtile oder grobe Art, dass sie falsch fühlen würden und natürlich sind es negative Gefühle wie Frust, Neid, Wut etc., einfach all das, was die Leistungsgesellschaft tabuisiert.

Ich habe das garantiert schon geschrieben und wiederhole es gern nochmals, eine Psychiatriepflegefachfrau warf mir Opferhaltung vor. Ich wusste, dass sie falsch lag, ich sagte es ihr regelmässig, was sie nicht davon abhielt mich bei jeder Begegnung, jedesmal, lauthals und selbstgerecht in die Schublade Opferhaltung zu stecken. Dass die Behandelnden in der Psychiatrie IMMER Recht haben ist ein trauriger Selbstläufer, den ich nicht ändern kann. Wenn ich allerdings die Möglichkeit habe, umgebe ich mich nicht mit solchen destruktiven Pfeifen.

Es ist ultimativ grausam einem echten Opfer wie mir, nämlich einem Folteropfer wie mir, zu verkünden, ich hätte eine Opferhaltung. Das macht bei einem sexuell missbrauchten Opfer auch keineR. Da kann die Menschheit verstehen, dass es sich um ein wirkliches Opfer handelt.

Heilung, wirkliche Heilung geht anders, nämlich durch Traumatherapie. Mein Therapeut hat letzten Montag an meiner Folmulierung „Weichei“ sofort erkannt, dass ich zur Selbstzensorin mutiert bin. Da gilt es Stress abzubauen, rauszunehmen und stattdessen Heilung einzulöffeln.

Jeder Mensch hat ein Recht auf seine eigenen Gefühle und die sind, wie sie sind. Bewertungen sind unangebracht und Belastungen sind zu entlasten und möglichst zu heilen und nicht durch den Hinweis auf negative Gefühle noch weiter aufzublasen.

Ich finde es eine spannende Aufgabe zu suchen und hoffentlich zu finden, was ich mir in welcher Situation selbst mitteilen möchte. Ich werde noch viel Heilung brauchen. Ich bin sehr froh, dass ich endlich eine Fachperson gefunden habe, die mich so gut versteht. Nie muss ich mich entschuldigen, weil ich mich anders formuliere, zu krass, schwarz-weiss oder wie immer die jeweiligen Vorwürfe lauten. Auch da ist die Kritik jeweils süffisant: Noch nie wurde ich wegen meiner Hinkerei kritisiert, nie hat jmd. gesagt, ich solle mit dem Hinken aufhören, aber bei der Art, wie ich mich formuliere, da ist alles erlaubt, da ist die grosse Jagd und bin ich frei zum Abschuss, selbstgerechtes Schulterklopfen immer inklusive.

Heute nehme ich mir mein Recht auf meine eigenen Gefühle und die sind gar nicht so schlecht. Die Depression hat sich auf Grund der letzen Therapiestunde leicht gelichtet und ich kann einige Haushaltsarbeiten erledigen, was mich enorm freut.

Mein grosses Traumziel bleibt, wieder so kräftig zu werden, dass ich samt Wohnwagen Eliane heimsuchen kann. Da kenne ich den Weg etwas. Wenn ich das geschafft habe, könnte ich die mir unbekannte Route zu Filippa in Angriff nehmen und dann bin ich als geheilt bei allen ÄrztInnen entlassen. Traum oder Utopie? Wer weiss es?

Stockholm geh weg

Gestern ist mir Frau Stockholm begegnet und das war schmerzhaft. Das Stockholmsyndrom beinhaltet, dass sich ein Opfer mit dem bzw. der TäterIn teilweise identifiziert. In einer traumatischen Situation eine Möglichkeit um überleben zu können. Das war mir schon lange bekannt, auf mich anwenden konnte ich die Theorie nicht.

Vor einigen Monaten habe ich mit der Traumatherapie begonnen und war hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Natürlich denke ich unter der Woche ab und zu daran, welche belastenden Erlebnisse ich noch zu verarbeiten habe. Seit einigen Wochen kommt mir nichts mehr in den Sinn, ist da die grosse Leere. Dafür hat sich der Gedanke eingeschlichen, ich sei vielleicht besonders wehleidig. PsychiaterInnen und PsychologInnen hatten sich ab und zu so geäussert, insbesondere wenn es um meine Cerebrale Parese ging. Man sieht nichts, also ist nichts, ist wohl deren Motto.

Genau dieser Satz: Ich bin ein Weichei!, ist die Teilidentifizierung mit der Täterin.

Gestern sah ich die Situation vor mir, ich spürte die Last auf den Schultern meiner damals elf Jahren, die Bürde war zu schwer, es gab kein Ausweichen. Während der Verarbeitung war mir klar, dass diese Arbeit eine ganz wichtige ist, weil auf der Schiene so vieles falsch laufen kann und sie in letzter Konsequenz auf die Selbstzerstörung hinauslaufen muss.

Für meine Verhältnisse habe ich schon viel Vertrauen zu meinem Traumatherapeuten, dass ich so schwierige Themen anzusprechen wage. Das Leben hat mich eigentlich gelehrt, mich möglichst immer in der Situation zu befinden, dass ich mich sofort aus dem Staub machen kann.

Jetzt hoffe ich, dass diese Selbstblockade weitgehend gelöst ist. Jedenfalls fühle ich mich heute Morgen ein bisschen besser als in den vergangenen Wochen. Das wäre ein weiteres Ziel, aus den wiederkehrenden Depressionen herauszukommen. Der Traumatherapeut ermutigt mich von Mal zu Mal, dass sich eine Veränderung ergeben wird, die für mich positiv ist. Er verspricht nie vollständige Heilung, aber eine solche tiefgreifende Verbesserung, dass sich dafür die Arbeit lohnt.