Wie…..

…..soll ich euch vom Fest berichten mit montierten Fenchnails? Es war genial und der Assistent sehr hilfreich. In vielen Menschen werde ich unruhig und gereizt. Der Asssistenz kann mir Infos geben, z. B. wenn das Essen so lange nicht kommt, ob es zum Essen reicht, zeitlich oder nicht. Er hat mit Tanzenden besprochen, wenn sie mich fast von meinem Stühlchen gefegt haben. Der Schlüssel für die Behindertentoilette musste von uns beiden gleichzeitig benutzt werden, Typ hinhalten und gleichzeitig drehen. Alleine hätte ich an dieser Tür nur rumgezappelt. Bewegungstechnisch völlig chancenlos.

Das Konzert war genial, einige Stücke kenne ich in- und auswendig. Das Publikum ging im Konzert voll auf, der Boden vibrierte (1. Stock). Einzig mit Stephan Eicher konnten wir beide nicht allzu viel anfangen. Klar, Eicher ist berühmt. Wir sind Traktorkestarfan.

So und ultimativ sponti, wie ich bin, habe ich heute Abend doch Besuch zum Nachtessen eingeladen. Einer meiner Nachbarn. Zum Glück hat mein Assistent heute alles vorbereitet.

Festtag

Heute ist der grosse Festtag für mich in diesem Jahr. Die Voraussetzungen sind nicht optimal, aber gut. Ich habe meine Medikamentenfehler in den Griff bekommen, ich habe 6 Std. geschlafen, hoffentlich noch ein Mittagsschläfchen und ich bin ausgeschlafen wie ein Baby. In der CH sagen wir mit Altbundesrat Ogi: „Freude herrscht.“

Also durch den Tag nur leichte Beschäftigung, Ruhepausen und vermutlich werde ich versuchen mich hübsch zu machen. Lippenstift auf die Nasenspitze oder so. :-) Mein Assistent kann mir meine Ohrstecker anziehen, also gibt es zur Feier des Tages Ohrstecker. Ich kann in meinen Schuhen wühlen und gucken, was ich mir an die Füsse schnallen will und nur für heute kann ich mir Zeit nehmen, meinen Kleiderschrank zu begutachten und nach was anderem zu gucken als den ewig gleichen Klamotten. Ich ziehe immer meine selbstgenähten T-Shirts an und darüber einen Pulli. Ich könnte mich in eine Bluse werfen. Ich könnte meine Lederjacke anziehen. Ich könnte Spass haben. – He, ich könnte mir sogar Frenchnails montieren. Meine Nägel sehen bescheiden aus wie immer nach einer schweren depressiven Phase.

Wenn ich mir so überlege, was ich alles könnte, habe ich echt viel zu tun. Ich wünsche allerseits einen schönen, letzten Adventssonntag und immer schön die Ohren steif halten. Untergehen ist keine Option.

Katzenrauferei

Spix hatte im Altersheim eine Katzenrauferei, die sich anhörte wie das Ende meines kleinen Dreikilokätzchens. Ich lief in die dunkle Nacht, war vezweifelt, rief nach Spix, aber sie war wohl stinksauer und weg.

Jetzt sind wir nur zu zweit in meiner Wohnung. Sehr oft geht das sehr lange gut, aber manchmal haben wir Streit. So gestern: Ich plage Spix nicht mit übermässigem Bürsten. Eine Kurzhaarkatze schafft die Fellpflege selbst. Aber gestern war ein Tag, an dem ich meine Katze berührte und ein Sprühregen von Katzenhaaren entfaltete sich. Das ging mir auf den Wecker. Also bürsten ist nicht unbedingt Spix Lieblingsbeschäftigung. Sie bekommt nach dem Bürsten Thonparfait, ihr Lieblingsleckerli. Gestern faucht mich diese kleine, freche Katze während des Bürstens an. Ich nicht faul, fauche zurück. So verständigen sich Katzen, wenn sie unzufrieden sind und imponieren wollen und hier im Haus bin ich die Ober- oder Leitkatze. Sofort liess ich Spix los, weil Spix absolut keine Hemmungen hat meine Hände blutig zu kratzen oder blutig zu beissen.

Jetzt auf Distanz fauchte ich ihr nochmals meine Meinung. Dann legte ich die gehasste Bürste und die Parfaittube auf den Boden nach dem Motto: Liebes Kätzchen wir sind noch nicht fertig, aber das schaffen wir umgehend. Es ging nicht lange kam Spix und wir konnten die Arbeit beenden und dann wollte sie wieder auf meinen Schoss und die Nacht hat sie in meinem Bett verbracht. Das ist in der Zwischenzeit ganz easy: Ich habe einen gewissen Singsang, dass ich im Bett liege, gute Nacht wünsche und schlafen wolle. Ich lade Spix dazu ein. Es dauert nicht lange, dann höre ich sie hüpfen, spüre ihre Pfötchen und ihr Gewicht auf meinem Körper, allerliebst.

Krampf

Mein Wohnwagen war diese Tage in der Reparatur und ich habe Blut geschwitzt. All diese Missverständniss, wenn Menschen kommunizieren. Dann als Frau darf ich einem Mann und Besitzer einer Werkstatt bestimmt nicht sagen, was der technische Fehler ist. Konkret ging es um die Reparatur der Fernsehantenne. Aus unerfindlichen Gründen wurde mir eine Antenne verkauft, die sich aufklappt und selbständig dreht. Dieses Luxusmodell von Antenne versagt beim leisesten Hauch eines Winters. Die Sicherung geht sofort kaputt und das ist dann das Ende vom TV-Genuss. Also ist die Reparatur die Sicherung auszuwechseln, zu finden im Bettkasten des WoWas. Jetzt aber wollte der Wekstattbesitzer unbedingt die Antenne haben und die ist gerade bei der WoWa Umzugsfirma in der Innerschweiz, Fahrtzeit 1 1/2 Std. ein Weg. Hätte ich machen müssen. Aber die Werkstatt will morgen früh meinen WoWa los werden und damit habe ich ein logistisches Problem, das ich nicht hätte, wenn ich dem Werkstattbesitzer freundlich und bestimmt verticken könnte, was er zu tun hat. Für CH Verhältnisse eine unmögliche Situation. Frau ist Mann technisch überlegen. Das ist echt pfui und geht in der Regel nur ins Auge. Das braucht Fingerspitzengefühl der höheren Grössenordnung.

Ich habe es tatsächlich geschafft. Die Sicherung wurde ausgetauscht und es herrscht Einigkeit dass damit das Problem behoben ist und ich erspare mir viel Leerlauf. Ich bin total k. o. und total happy.

Eine Woche

Eine ganz Woche dauert die Nichtdepression an. Heute Abend sehe ich meinen Psychologen wieder. Da bin ich mal gespannt, wie er weiterarbeiten will. Ich bin fürs Stabilisieren. Heute ist die letzte Sitzung und dann hat er drei Wochen Ferien. Deshalb möchte ich nichts beginnen und ich weiss die Wirkung nicht und vielleicht ist sie unangenehm und das muss ich dann einen Monat aushalten.

Ich finde, dass ich genug gelitten habe und meine Probleme möglichst sorgfältig und pfleglich aufarbeiten will. Wie auch immer, diese Therapie wirkt und das in rasantem Tempo und genauso, wie es vorausgesagt wurde: Ein verarbeitetes Trauma mit EMDR verarbeitet, ist verarbeitet und kommt nicht zurück. Da habe ich noch einige von der Sorte, um sie in den Bodensee an der tiefsten Stelle zu werfen mit dem üblichen Schild: Fischen verboten!

Rache ist süss II

Offensichtlich ist es Erntezeit. Gerade habe ich an anderer Stelle Rache genommen. Die Hintergrundsgeschichte: Ich wollte vor einigen Jahren einen Wohnwagen für Wintercamping kaufen, weil ich gern skifahre. Durch mein Alter kann ich nicht mehr täglich fahren, sondern brauche Erholungszeiten. Im kleinen Wohnwagen hatte ich eine Saison Wintercamping gemacht. Der kleine Wohnwagen ist zum Ziehen gedacht und ist nicht spezialisiert auf winterliche Temperaturen im Berneroberland.

Also habe ich mich klug gemacht, welche WoWa Marke ich kaufen wollte. Es gab Superduperluxus oder Mittelklasse oder JEKAMI. Ich entschied mich für Mittelklasse für einen Dethleffs. Ich ging zum nächsten CH Händler. Der schwatzte lange, wusste besser als ich, was ich vermögen würde und hielt sich nicht an Abmachungen.

Also wich ich auf DE als Einkaufsland aus. Dort fand ich ein Ausstellungsmodell, Innenausbau hell und legte sofort meine Hand darauf. Es war völlig klar, dass dieser WoWa ins Berneroberland kommt und dort stehen bleibt. Mir war bewusst, dass ich reparaturmässig ein Risiko einging.

Dann stand der WoWa in der Lenk, Camping Seegarten. Die Fernsehantenne fror ein, irgendwann hatte ich Wasserschaden, die Kühlschrankabdeckung fiel immer aus der Verankerung, das Kochen dauerte eine halbe Ewigkeit…… dieser WoWa war eine helle Freude und die Schadenfreude der CampingmitbewohnerInnen und des Platzwartes war mit Händen zu greifen.

Diese Chose musste ein Ende haben, am 13. Dez. wurde der WoWa samt Überdachung abgebaut und jetzt ist der WoWa in Reparatur. Heute hatte ich Besichtigung. Was, die Gasleitung ist kaputt? Wie wäre es damit, den Leitungshahn zu öffnen? Reparaturdauer 3 Sek.. Diese Erkenntnis habe ich dem betroffenen Mann per E-Mail zukommen lassen und habe mich genial gefreut: Rache ist so süüüüüss!

Mein nächster Campingplatz ist so nahe von Bern, dass mir mein IV-Assistent helfen kann, wenn Not am Mann sein sollte. Ich freue mich, Spix an diesen Ort so intensiv zu gewöhnen, dass sie dort in die Natur kann. Da, wo ich jetzt wohne kann ich sie nicht rauslassen, weil sie nicht zurückkommt, wenn ich sie rufe.

Sich schnell entfernen

Ich war seit Menschengedenken in Psychotherapie und ein Thema war immer, dass mich böse Menschen plagen und ich wie die Maus vor der Schlange erstarre und mich schlecht behandeln lasse. Verbal bin ich total unfähig einen Schlussstrich zu ziehen. Also war die Idee damals, mich z.B. zurück aufs Klo zu ziehen. Das habe ich mir damals in meinem Kopf eingeprägt: Vorwand und körperlich verschwinden.

In den letzten beiden Tagen hatte ich je einmal diese Situation, spontan, völlig aus dem nichts in die Katastrophe katapultiert zu werden. Ich sehe mich vis a vis von dummdreisten Menschen, die mich anpöbeln. Und beide Male habe ich nur eine sehr begrenzte Zeit zugesehen und dann war ich weg. Am Samstag war ich weg, bevor irgendeine Polizei auf den Aufruhr aufmerksam geworden ist. Gestern war ich weg, nachdem ich meine kleine, süsse Rache genossen habe. Die Bemerkung, dass ein Mensch zu tun habe, suggeriert immer Wichtigkeit. Dieses Getue habe ich bei meinen ehemaligen Berufskollegen abgeschaut. Die sind oft verspätet zu Sitzungen erschienen und haben damit ihre unendliche Wichtigkeit demonstriert. Das ich nicht lache, wer seine Arbeit schlecht organisiert, produziert Überschneidungen.

Keine Randale

Wenn ich in meinen vier Wänden bin und mich ruhig verhalte, dann bin ich sicher. Solange ich keine Randale mache, kommt keine Polizei. Das ist mal klar.

In der Zwischenzeit habe ich mir überlegt, dass ich die Polizei nach der Gesetzesgrundlage frage, wenn sie mich wieder mal abführen will. Die können doch nicht einfach aus dem Bauch heraus aktiv werden, das muss gesetzlich legitimiert sein.

Anfangs Februar treffe ich einen neuen Psychiater. Der soll zuständig werden für die Medikamente, der hat in der CH eine wichtige Position gegenüber Psychiatriekliniken. Sobald ich einen Psychiater in meinem Behandlungsteam habe, bin ich gegen Kliniken und ihre Übergrifflichkeiten etwas besser geschützt. In meinen Augen ein irre doofes System, aber ich kanns nicht ändern. Ich habe mich rechtlich rundum informiert, nicht einmal mein Anwalt kann mich wirklich schützen, keine Patientenverfügung, die ist so viel Wert wie Klopapier, die Hausärztin sowieso nicht weil PsychiaterInnen sich so viel besser fühlen in ihrer Totalverblendung und meine Familie ist bekanntlich völlig unbrauchbar.

Genau darum hat es Spass gemacht, dem Herrn Stadtpräsidenten eins ans Schienbein zu stüpfen. Wer im Rampenlicht steht, muss mit seinen Kellerleichen klar kommen! :-D

So heute steht auf dem Programm ein Mittagessen in einem Restaurant mit einer 86 jährigen Dame, Niveau bernburgerlich. Sie spricht interessant und viel. Sie ist sehr, sehr nett, aber nur zuhören strengt mich enorm an. Also bitte Daumen drücken, dass ich diese Konzentration aufbringen kann…… Ich muss vermutlich noch ein kleines Geschenk kaufen gehen, wenn sie mich zum Essen einlädt….. Schreck lass nach und kehr nicht wieder….Das heisst Bahnhof Bern Confiserie Tschirren. Also bitte Daumen drücken, dass ich diese Herausforderung packe.

Ich weiss schon, warum ich lieber nur mit mir und meinen Pflegeleuten zusammen bin. Das ist easy, sie mögen mich alle und wir lachen viel.

Vollpfosten mit Meute

Gut, ich habs getan. Ich bin in die Stadt mit dem Tram auf den Weihnachtsmarkt, um ein Glas Glühwein zu trinken. Das habe ich alles getan beim Münster. Alles ist schön und gut, ich habe mir sogar gedörrte Tomaten und Pesto auf einem Samstagstrassenmarkt erstanden. Dann gehe ich am Zytgloggen vorbei Richtung Käfigturm und da ist es passiert, auf der Höhe des Marktgassmigros. Ein Mann rammt mich mit seinem Einkaufswägeli, das so lang ist, dass ich mehrere Schritte lang gerammt werde und fast hingefallen bin. Der Mann entschuldigt sich flüchtig, ich gebe zurück, ich sei behindert, er fragt nicht einmal, ob ich einen Schaden von seinem Verhalten davongetragen habe. Ich denke total verängstigt und konsterniert an den Oberschenkelhalsbruch, dem ich knäppstens entronnen bin, beeile mich und tippe den Mann an der Schulter, um ihm die Gefährlichkeit seines Tuns vor Augen zu führen.

Da kommt die Meute ins Spiel. Sie beobachtet mich und greift mit übeschäumender Einbildung für ihre Selbstgerechtigkeit ein: Der Mann habe sich entschuldigt und ich hätte kein Recht…… Ich wiederhole nochmals schreiend, wie gefährlich das gewesen sei und wie knapp ich einem Oberschenkelhalsbruch entronnen sei.

Und mit raschem Schritt entferne ich mich. Vermutlich kommt da der liebe Gott ins Spiel.

Es ist kurz vor Mittag und ich gehe in ein Restaurant essen. Leider sehe ich von meinem Sitzplatz aus zwei Polizisten. Was leide ich vor Angst, dass ich abgeführt werde. Mein Kopf ist ausser sich und durch keine Intelligenz der Welt zu beruhigen.

Jetzt bin ich zuhause und hier fühle ich mich zu meinem Glück sicher und hier will ich jetzt ganz langsam zur Ruhe kommen.

Behandlungserfolg dauert an

Letzten Dienstag zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr hat mich die gemeinsame Arbeit von meinem Traumatherapeuten und mir aus meiner wie immer tiefen Depression rausgeholt. Am Dienstagabend fühlte ich mich gut, realisierte, dass die Depression weg war, genoss den Abend und ging ganz lange nicht ins Bett, weil ich überzeugt war, dass dieser Therapieerfolg Stunden dauern würde, aber sicher nicht grundsätzlich sei.

Ich kleines Hasenherz wusste genau, dass wir den Knackpunkt verarbeitet hatten, seitdem ich diese zyklischen Depressionen habe. Aber dass diese Arbeit so rasch meine Depression knacken würde, davon hatte ich keine Ahnung, dafür hatte ich nicht einmal Hoffnung, dermasssen bin ich auf Leiden müssen getrimmt worden.

Jetzt habe ich ein Wochenende vor mir und kann mir überlegen, welche Dummheiten ich machen will. Ich könnte z. B. mit dem Tram in die Stadt fahren auf den Weihnachtsmarkt und ein Glas Glühwein trinken. HURRA ICH LEBE! Das könnte ich wirklich tun. Ich habe den HandwerkerInnenmarkt vor dem Berner Münster gerne.